Autorenabend mit Res Gnehm, Filmklub Wald
und Bernhard Girsberger, Filmklub Uster
Klubbericht Autorenabend vom 9.März 2010.pdf
Hans Wagenmakers beginnt mit ein paar Informationen. Er verweist auf folgende Projekte, an denen man sich beteiligen kann: S5-Stadt (von Fredi Leumann koordiniert), Filme aus den
Jahren 1930-70 für die Universität Zürich (Hans Wagenmakers), Film zum 150-jährigen Jubiläum der Sekundarschule Hinwil (Hans Wagenmakers) Res Gnehm ist Lehrer in Wald. Er hat für
den Schulunterricht mehrere Lehrwerke auf interaktiven DVDs erstellt. Heute zeigt er
Amphibien – ein Leben im Wasser und an Land, DVD, 20 min
Der Film zeigt einen Jahreszyklus mit fantastischen Aufnahmen des Paarungsverhaltens und der Aufzucht der verschiedenen Lurche. Mit einer Plastikbox und einer selbstgebastelten
Unterwassereinrichtung gelangen dem Autor Grossaufnahmen von Gelegen, Kaulquappen und ausgewachsenen Amphibien. Mit viel Geduld, einer Infrarotkamera und gelegentlich mit einer
Taschenlampe erarbeitete sich Res Gnehm Aufnahmen der seltenen Geburtshelferkröten, die nur des Nachts aus ihren Erdhöhlen kriechen. Der Grasfrosch (Wetterfrosch) ist trotz des
lauten Quakens mit seiner Tarnfarbe im Schilf fast nicht auszu-machen. Die gezeigten Kletter- und Balzaufnahmen zählen zu den Raritäten, genauso wie die im Folgenden beschriebene
Filmszene. Für eine spezielle Eiablage, die nur wenige Sekunden dauert, musste im Terrarium über drei Tage rund um die Uhr gefilmt werden.
Das lehrreiche Werk, von dem inzwischen über www.verlagzkm.ch etwa 1000 Exemplare verkauft worden sind, ist all die Mühsal und den Aufwand wert.
Res Gnehm erklärt, wie sich die Schüler und Schülerinnen nach dem Betrachten des Hauptfilms über zehn Porträtfilme der Lurche das verlangte Wissen antrainieren können. Mit
richtigen Antworten löst man den Start einer neuen Filmsequenz aus oder gelangt zu einer Folgefrage, die wiederum korrekt beantwortet werden muss. Sorgfältig gestaltete
Arbeitsblätter mit Skizzen sowie ein Test festigen die Lektion.
Nach der Pause, die uns Walter Alder mit Berlinern versüsst, kommen wir in den Genuss eines Filmes, der Preise gewonnen hat, und der auch schon am Fernsehen gezeigt worden
ist.
Das andere Paradies, von Bernhard Girsberger, DVD, 25 min
Im Gegensatz zu den gängigen „Paradiesen“ mit tropisch-üppiger Vegetation, ist Namibia ein trockenes und sandiges Paradies. Alain Houalet, ein Franzose und Leiter der Amani-Lodge
auf 2100 m Höhe erzählt dem Autor über „sein“ Paradies. Zusammen erkunden sie es, zu Fuss, im Allradwagen oder per Flugzeug. Spektakuläre Aufnahmen von wilden Tieren aus nächster
Nähe geniessen manche Betrachter vermutlich lieber im Film, denn in der Realität, z.B. wenn der Autor sich von einem Gepard die Hand lecken lässt, wenn die Elefantin direkt auf
den Filmer zuschreitet oder wenn eine 50 cm lange Zwergpufferotter elegant über die Sanddüne mäandert und sich dann eingräbt. Erstaunlich, welche Vielfalt an Tieren es in in
diesem menschenleeren Land sonst noch gibt: Löwen, Nashörner, Giraffen, Springböcke, Kafferbüffel, Hyänen, Löffelhunde. An der Küste leben Pelzrobben, Pinguine und Kormorane. In
der riesigen Namibwüste, der ältesten Wüste der Welt mit ihren 350 m hohen Dünen aus rötlichem Sand, über die der Wind stetig wechselnde Muster bläst, hier, in dieser kargen
Landschaft finden wir nebst der endemischen, ausufernden Narapflanze, Schlangen, bunten Echsen, Käfer und Radspinnen, die sich die Düne hinabrollen lassen, und sogar
Wüstenelefanten, welche sich dem extremen Klima angepasst haben. Begreiflich, dass Familie Houalet hier ein neues Zuhause gefunden hat, das sie nicht mehr eintauschen möchte.
Esther Tscherrig